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PAROQUIA BOM JESUS DE JUSCIMEIRA – MT
Pe. Helmut Henning
Rua Porto Alegre, 1114 – Centro, Cx. P. 11
78.810-000 Juscimeira/MT
Brasilien
Tel.: 0055 66 3412-1161 Fax: 0055 66 3412-1228
paroquia.bjesus@hotmail.com

im November 2020

Liebe Freunde in der Heimat,

einen herzlichen und immer noch zuversichtlichen Gruß sende ich Euch aus Juscimeirain Brasilien.
Trotz der Krisenzeiten hier geht das Leben weiter und ich lasse mich nicht unterkriegen. Stets vertrauend auf den Herrgott und bereit zur Annahme seines Willens. Von uns dreien bin ich nun der letzte Bruder. Bei Hans sind es schon 10 Jahre und bei Gerhard sind es über 2 Jahre, dass Gott sie zu sich gerufen hat.
In den ersten Monaten der Pandemie seit März war das religiöse Leben stark eingeschränkt. Leider sind viele Leute durch den Corona-Virus verstorben. Die meisten haben aber die Krankheit besiegt.
Nun haben wir wieder mit den Besuchen der Kapellen und der kleineren Gemeinschaften begonnen. Die Leute sind sehr froh, dass wieder Gottesdienst gefeiert werden kann. Die Teilnahme nimmt stetig zu. In den größeren Orten ist die Teilnehmerzahl aber weiterhin beschränkt.
Wir sind hier zurzeit 3 Patres, die die beiden Pfarreien betreuen. Das ist die Pfarrei Juscimeira mit 23 Außenstationen und die Pfarrei Fatima de Säo Lourenco mit 6 Filialen. Ein Teil davon befindet sich im Pantanal dem großen Sumpfgebiet im Mato Grosso.
Große Sorgen bereitet uns der überall spürbare Klimawandel. Schon im vergangenen Jahr war sehr wenig Regen.
In diesem Jahr kam der erste Regen erst Ende Oktober. Normalerweise beginnt es Anfang September zu regnen. Dazu kommen jetzt ungewohnt starke Stürme mit vielen Schäden. Durch die lange Trockenzeit sind viele Bäche versiegt. Große Gebiete sind durch Brände zerstört. Wochenlang konnten wir die Sonne nicht sehen, weil alles voller Rauch und Staub war. Das Pantanal ist zu 70 % verbrannt und die Brände sind noch nicht alle gelöscht. Wir haben die Befürchtung, dass das Abholzen des Urwaldes im Norden unseres Bundesstaates Mato Grosso die
Ursache für das Fehlen des Regens ist. Der Regen kommt in unserer Gegend nur von Norden, aus dem Amazonasgebiet.
Jetzt ist durch den Regen wieder alles grün geworden. Die Leute beginnen zu säen und hoffen auf einen regelmäßigen Regen, damit es was zu ernten gibt.
Leider ist die jetzige Regierung nur interessiert, durch weiteres Roden und Abbrennen Neuland zu gewinnen. Es soll noch mehr Soja und Mais für den Export geerntet werden. Es wäre schade, wenn unsere ganze Gegend durch das unkluge Abholzen im Norden keine Zukunft mehr hat. Wie wollen wir ohne ausreichend Wasser überleben?
Zurzeit renovieren wir unser Kolping-Haus. Die Auflagen der Feuerwehr sind auch hier hoch. Da muss noch einiges getan werde.
Dazu müssen noch die kleineren Säle und Räume für die verschiedenen Kurse überholt werden.
Der Priester- und Schwesternnachwuchs macht mir Sorgen. Es haben 2 Kandidaten aufgegeben. Nur ein junger Mann ist bei den Franziskanern im Noviziat. Er ist weiterhin guten Mutes.
Mit meinen 84 Jahren bin ich noch gut dran und helfe noch viel aus. Auch fahre ich regelmäßig mit dem Jeep auf die Außenstationen. Solange es noch geht.
Da es in diesem Jahr nicht ging, möchte ich im nächsten nach Deutschland kommen. Doch nur, wenn es eine Impfung gibt. Seit 5 Jahren war ich ja nicht mehr in der Heimat.

Ich wünsche Euch eine schöne Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest. Alles Gute für das neue Jahr.
Gott segne Euch alle und bewahre Euch vor dem Corona-Virus.
Helft mir weiterhin mit Gebet und Gaben für die Projekte hier in unserer Pfarrei. Ich bete für Euch.
Herzliche Grüße von Eurem Missionar Helmut Henning